Was einen guten Liebhaber ausmacht

Die Frage, was einen guten Liebhaber ausmacht, ist uralt und treibt vor allem junge, unerfahrene Männer um, die ihre ersten Tanzschritte auf dem Parkett der Liebe und Partnerschaft noch vor sich haben und noch die richtigen Tanzschritte lernen müssen. Und auch viele ältere Männer könnten noch einige Tanzstunden vertragen, obwohl sie glauben, sicher zu sein, zu wissen, was ein guter Liebhaber ist, weil sie doch schon einige Frauen im Bett hatten. Denn bei kaum einer Frage existieren mehr Antworten, die sich als falsch erweisen, es kursieren zahlreiche Mythen und Irrtümer. Kein Wunder, denn die Sexualität von Männern und Frauen unterscheidet sich in einigen Fällen. Doch so ungleich ist sie auch wieder nicht. Einige Tipps, wie Mann ein guter Liebhaber wird.

Casanova oder Don Juan? Von wegen

Der größte Irrtum, der zum Thema „gute Liebhaber“ kursiert, ist auch der Irrtum, mit dem findige Geschäftemacher gutes Geld verdienen. Denn viele Männer, gerade junge, unerfahrene Männer, sind der Ansicht, daß ein guter Liebhaber vor allem eines haben müsse: viele Kerben im Bettpfosten, die seine Umtriebigkeit dokumentieren und seinen Erfolg dabei, Frauen für kurze Abenteuer ins Bett zu bekommen. Dieses Phänomen ist nicht neu, die Ansicht wird bereits seit langer Zeit transportiert und hat sogar medial in die Kinderzimmer Einzug gehalten, etwa mit Romanen über Casanova oder Don Juan in denen die Figur des promiskuitiven Lebemanns romantisiert und glorifiziert wird.

Lukratives Geschäftsmodell

Mit diesen Ansichten aufgewachsen, wird natürlich das eigene Selbstbild infrage gestellt, wenn es später mit den Frauen erst einmal nicht klappen will, das Selbstbewußtsein sinkt. Diesen Umstand machen sich Coaches oder Pick-up-Artists zunutze und verkaufen den verunsicherten jungen Männern Trainings oder Ratgeber zu hohen Preisen. Dabei liegen sie mit der Ansicht grundlegend falsch, daß sich gute Liebhaber dadurch auszeichnen, daß sie viele Frauen im Bett hatten. In jungen Jahren kann es der testosterongeladene Mann zwar bei seinen neidischen Freunden zu einigem Ansehen bringen, selbst bei einigen jungen, unerfahrenen Frauen, die denken, ein Mann, der viele Frauen hat, muß männlich sein. Dies resultiert aus der hypergamen Einstellung vieler Frauen, die vor allem um die wenigen Alphamänner konkurrieren, die sich diesen Umstand zunutze machen.

Empathie ist grundlegend wichtig

Doch schnell merken die Frauen, daß sie diese Männer nie halten können und für sich allein haben. Die Folge ist, daß das Ansehen dieser Lebemänner bei den Frauen sinkt. Und auch die alten Freunde, die älter werden und ihre eigenen Frauen haben, beäugen den Lebemann nun mißtrauisch, denn schließlich können sie nie sicher sein, ob er sich nicht auch an die eigene Frau heranmacht. Einen guten Liebhaber zeichnet also etwas anderes aus als den promiskuitiven Lebemann. Um zur Wurzel vorzudringen, sollte man sich vielleicht zunächst das Wort ansehen, welches eine Eigenschaft oder einen Gegenstand bezeichnet. Denn die deutsche Sprache ist sehr präzise. Und der Begriff „Liebhaber“ setzt sich in der Substantivierung aus dem Adjektiv „lieb“ und dem Verb „haben“ zusammen.

Neben Empathie auch Achtung zeigen

Und um etwas oder in unserem Fall einen Menschen lieb zu haben, wird ein gewisses Maß an Empathie benötigt, die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen und Respekt vor deren Wünschen und Bedürfnissen zu haben. Zwar haben auch die Lebemänner ein gewisses Maß an Empathie, denn sonst würden sie die Frauen nicht reihenweise dazu bringen, mit ihnen ins Bett zu steigen. Doch schnell merken die Frauen, daß sie ihre Empathie eben nur nutzen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen, die nichts mit den Bedürfnissen der Frau zu tun haben, nur um danach zur nächsten Frau zu laufen und sie fallen zu lassen.

Interessen beachten, aber nicht übertreiben

Ein guter Liebhaber hingegen hört nicht nur zu, um der Frau effektiv schmeicheln und Honigfallen konstruieren zu können, sondern hört zu, um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Frau einzugehen. Natürlich haben die Männer auch eigene Interessen, die sie durchsetzen wollen. Was auch gut ist, denn Frauen wollen schließlich Männer und Liebhaber und keine Weicheier, die unter ihrem Pantoffel stehen. Aber gute Liebhaber versuchen, ihre Interessen eben auf die Interessen der Frauen abzustimmen und mit diesen in Einklang zu bringen. Dies gilt für alle Lebensbereiche und vor allem auch fürs Bett, wo gute Liebhaber eben auch bei anderen Liebhabereien glänzen.

Auch im Bett gilt: Ladies First

Denn auch hier setzt ein guter Liebhaber nicht seine eigenen Interessen über die der Frau. Er versucht sie, weder zu Praktiken zu überreden, die sie nicht will, um den eigenen Lustgewinn zu steigern, noch achtet er vor allem darauf, vor allem so schnell wie möglich zum eigenen Orgasmus zu kommen. Auch im Bett gilt der alte Spruch „Ladies First“. Dies ist für einen guten Liebhaber auch lustvoll, denn Menschen mit einer guten Empathie ziehen einen Lustgewinn aus der Lust des anderen, die sie spüren.

Auf die Signale achten

Es sollte also zumeist nicht einfach versucht werden, möglichst schnell den Penis „drin zu haben“ und zum Orgasmus zu kommen. Außer natürlich beim Quickie, der ebenfalls beiden Partnern viel Lust bereiten kann. Wann es Zeit für einen guten Quickie ist, wird ein guter Liebhaber merken. Doch viele Frauen wollen oft erst umworben werden und ein Vorspiel genießen. Und hierbei sollte auf die subtilen Anzeichen der Frau geachtet werden, auf die Signale, die ihr Körper aussendet bei den verschiedenen Arten der Stimulation. Wenn sie sich entzieht, nicht hinterherkriechen, sie will nicht „Fangen“ spielen, sondern die vorherige Stimulation war unangenehm und sollte künftig gelassen oder variiert werden. Oder es war unangenehm, weil der Bereich überreizt war. Dann kann es beim nächsten Mal noch einmal versucht werden. Kommunikation ist wichtig. Drückt die Partnerin den Körper der Stimulation entgegen, bedeutet dies: Grünes Licht, es kann mit der Taktik weitergefahren werden, sie führt zum Erfolg.

Kleine Helferlein

Natürlich muß ein guter Liebhaber im Bett auch seinen Mann stehen können. Doch nicht immer will es klappen. Streß oder eine Erkrankung können der Erektion und damit dem lustvollen Spiel einen Strich durch die Rechnung machen. Doch seit einigen Jahren hat Mann einige gute Möglichkeiten in der Hand, um der erektilen Dysfunktion in den Griff zu bekommen – Viagra, Cialis und Levitra. Und niemand hat irgendeinen Grund, sich zu schämen, wenn er die kleinen Helferlein einnehmen muß. Das Thema „Erektionsstörung“ ist kein Tabu mehr und ein guter Liebhaber ist nicht weniger gut, wenn er ein wenig nachhelfen muß.

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