Neue Ideen im Bett ausprobieren

Die schönste Nebensache der Welt beschäftigt die Menschheit, seit das allererste Paar zusammengekommen ist. Verständlich, denn Sex sorgt natürlich für Nachwuchs und diesen zu zeugen und aufzuziehen, ist für viele Menschen der oft gesuchte Sinn des Lebens. Sex macht andererseits auch Spaß und sorgt für eine große Befriedigung, daher wurde die schönste Nebensache der Welt auch um ihrer selbst willen vollzogen, wobei zumeist am Ende dennoch ein Kind gezeugt wurde. Mit der Perfektionierung der Potenzmittel im zwanzigsten Jahrhundert wurden Geschlechtsverkehr und Fortpflanzung entkoppelt, so dass für viele Menschen der Spaß im Vordergrund steht. Doch Sex kann auch die Ursache für viele Herausforderungen sein, die es zu bewältigen gilt. Vor allem in einer längeren Partnerschaft.

Sex ist so eine Sache

Mit dem Sex ist es so eine Sache. Man fiebert darauf hin und malt sich aus, wie toll er wird. Vor allem die Gerüchteküche in den Umkleideräumen der Sporthallen werden nicht selten erfundene Geschichten erzählt, welche die Erwartungshaltung herauftreiben. Gerade in einer Zeit, in der auch härteste frivole Abbildungen und Filme immer und überall erhältlich sind. Beim ersten Mal ist die Erwartungshaltung und Aufregung so groß, dass bei ihr wie bei ihm manchmal nichts mehr geht. Oder er kommt vor Aufregung viel zu früh. Aber keine Angst, das legt sich mit den ersten Erfahrungen in der Regel wieder. Und man stellt fest, dass man keinen Stellungsmarathon veranstalten oder harte Praktiken vornehmen muss, damit der Sex schön wird. Man findet schnell ein festes Ritual, das beiden Partnern gefällt, und ein festes Repertoire an erfüllenden Stellungen, die wieder und wieder durchexerziert werden.

Aller Anfang ist schön

Sicher, dies ist schön, vor allem zu Anfang, wenn man sich und den Körper des Partners erst kennenlernt. Da reicht für die ersten Male die Missionarsstellung aus. Doch irgendwann muss es einfach mehr sein. Zum besseren Verständnis eine Analogie aus dem kulinarischen Bereich, damit auch in sexuellen Beziehungen unerfahrene Leser verstehen, was gemeint ist. Denn essen muss schließlich jeder, auch wenn er keinen Sex hat. Und wenn er Sex hat, versteht er, dass er genauso wichtig ist, wie die tägliche Nahrungsaufnahme. Gelegentlich wird Sex und Essen auch verbunden, aber dazu später mehr.

Eine Analogie aus der kulinarischen Welt

Jeder Mensch hat ein Lieblingsessen. Nun stellt euch vor, dass ihr euer Lieblingsessen jeden Tag vorgesetzt bekommt. Klingt nach einem Traum? Na dann bringt eure Liebsten einmal dazu, es euch jeden Tag zuzubereiten oder kocht es euch selbst. Nach einiger Zeit werdet ihr merken, dass es immer öder wird, jedes Mal dasselbe zu essen. Man lernt es nicht mehr zu schätzen, wenn man nicht variiert und auch einmal etwas anderes ist. Den Geschmacksnerven fehlt die Abwechslung.

Never change a running system? Nicht beim Sex

Und so ist es auch beim Sex. „Never change a running system“ funktioniert eben nicht bei der schönsten Nebensache der Welt, ebenso wenig beim Essen. Zu Anfang mag es schön sein, sich auf eine Sache zu konzentrieren, doch irgendwann wird es langweilig. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Bedürfnisse der Menschen ändern, wenn sie älter werden. Die Praktik, die mit 20 Jahren beim Sex am meisten Spaß machte, muss nicht dieselbe sein, die mit 40 Jahren bevorzugt wird. Mit einer zunehmenden Erfahrung entwickeln sich nun einmal neue Interessen, die bedient werden wollen. Es gilt also, immer mal etwas Neues im Bett auszuprobieren. Und die Möglichkeiten sind zahllos.

Kommunikation ist alles

Und da der Partner nun einmal keine Gedanken lesen kann, ganz gleich wie lang man zusammen ist und wie gut man sich kennt, sollten die neuen Interessen kommuniziert werden. In einer Beziehung, auch einer langjährigen, ist die wichtigste Regel: reden und zuhören. Und hört genau zu, denn auch die Interessen eurer Partnerin können sich geändert haben. Fragt nach und seid interessiert, damit das Sexleben nicht einschläft. Und hier gilt: Alles geht, nichts muss. Lasst euch nur auf Praktiken ein, die ihr auch wirklich wollt. Und drängt eure Partnerin zu nichts.

Langsam anfangen

Wenn ihr etwas Neues im Bett ausprobieren wollt, müsst ihr nicht gleich die Lederpeitschen aus dem Schrank holen oder in den Swingerclub gehen. Oftmals reicht es schon aus, neue Stellungen auszuprobieren. Das veränderte körperliche Gefühl kann schon die Befriedigung steigern. Auch bei den Stellungen kann einiges ausprobiert werden. Nehmt doch etwa einmal das altindische Kamasutra in die Hand und probiert etwas aus. Aber denkt bitte daran: Bei einigen Stellungen sollte man nicht vergessen, sich vorher aufzuwärmen und zu dehnen, sonst drohen Verletzungen. Und mit weiteren Stellungen kann man sich den Besuch des Fitnessstudios sparen.

Frivole SMS

Überrascht eure Partner mit genau überlegten Variationen. Schickt ihm zweideutige und frivole Nachrichten, wenn er oder sie auf Arbeit ist. Damit wird der Partner angeheizt, und sitzt bis zum Feierabend wie auf Kohlen. Und der ist ja noch sooo lang hin. Aber übertreibt es nicht. Nicht, dass die Erwartungshaltung so hoch wird, dass am Ende gar nichts mehr geht oder der Partner in seinen Vorstellungen übertreibt und am Ende enttäuscht ist. Erwartet sie mit einem romantischen Essen im Kerzenschein, macht ihn mit verführerischen Dessous wahnsinnig, setzt euch beim Essen auf seinen Schoß und küsst ihn, während ihr eine Viagra für ihn auf der Zunge habt. So wird er schärfer als das Chili im Salat.

Verschiedene Rollen wagen

Natürlich könnt ihr noch einiges mehr ausprobieren als Stellungswechsel und ein wenig „kinky“ werden. Kreative Rollenspiele bringen phantasievolle Menschen schnell auf Touren, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. So könnt ihr euch vorstellen, dass ihr euch zum ersten Mal kennenlernt und gleich zusammen ins Bett geht. Was ist wohl verruchter als getrennt in eine Bar zu gehen, euch zu treffen und mit einem oder einer „Unbekannten“ auf der Toilette zu verschwinden oder sie oder ihn mit nach Haus zu nehmen?

Das Spiel mit der Hierarchie

Diese Rollenspiele eignen sich auch hervorragend für Spiele mit der Hierarchie. Bindet euch etwa das Haar zu einem harten Dutt zurück, zieht eine hochgeknüpfte Bluse du einen engen Rock an, setzt eine strenge Miene auf und „bittet“ den frechen Schüler zum Nachsitzen. Setzt euch an den Schreibtisch und bittet die Sekretärin zu einem persönlichen Gespräch. Lasst eurer Phantasie freien Lauf, die Ideen sind grenzenlos, alles ist möglich.

Ein spontaner Quickie

Oder ladet euren Partner zu einem romantischen Picknick ein und verführt sie oder ihn spontan unter freiem Himmel. Ein Quickie an frischer Lust mit der Gefahr, erwischt zu werden, hat seinen ganz besonderen Reiz. Aber sorgt dafür, dass ihr nicht wirklich erwischt werdet, sonst wird es teuer. Zudem ist bei den Quickies unter freiem Himmel noch einiges zu beachten. Etwa, dass ihr aufpasst, dass am Strand kein Sand in empfindliche Stellen gerät, sonst wird es wie Sandpapier. Und ein Quickie im Auto ist ebenfalls schön, solange es kein Smart ist.

Viagra? Klar, aber vorsichtig

Wie gesagt, zwar wurde gesagt, dass nicht gleich die Lederpeitsche aus dem Schrank geholt werden muss, wenn man beim Sex ein wenig variieren will. Doch natürlich kann man dies auch tun. SM ist schon lange nicht mehr schmuddelig, sondern wurde nicht zuletzt dank des Romans „Fifty Shades of Grey“ salonfähig, so dass es heute viele Paare ausprobieren. Es muss ja nicht gleich im düsteren Keller mit harten Peitschen sein. Es gibt viele Spielarten des SM, die auch softer sind. Um auf Touren zu kommen, kann auch hier Viagra eingenommen werden. Doch Vorsicht mit der Dosierung. SM hat zwar auch mit Schmerzen zu tun, aber eine schmerzhafte Dauererektion ist zu viel des Guten. Beherzigt ihr dies, könnt ihr guten Gewissens experimentieren.

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