Nach der Trennung endlich wieder Sex

Es war ein schwerer Schlag, der mich für lange Zeit traumatisiert hat. Nach 39 Jahren Ehe eröffnet mir meine Frau, dass sie seit Jahren eine Affäre hat und sich nun entschlossen hat, sich von mit zu trennen. Nach wenigen Wochen war sie aus unserer gemeinsamen Wohnung ausgezogen und bei ihrer Affäre eingezogen. Es warf mich auf allen Ebenen meines Lebens in ein tiefes Loch. Im Büro wurde ich nach einiger Zeit beurlaubt, privat zog ich mich von allen Verwandten und Freunden zurück, baute mir ein Schneckenhaus auf. Dass ich von Sex erst einmal nichts mehr wissen wollte, muß nicht extra erwähnt werden, glaube ich.

Erste große Liebe

Sie war meine erste große Liebe. Wir lernten uns bereits in der Schule kennen und blieben zusammen, direkt nach dem Abschluß beschlossen wir zu heiraten. Das Studium führte uns leider in verschiedene Städte, doch wir schafften die Jahre der Fernbeziehung dank der großen Vertrautheit zwischen uns ganz gut. Wenn wir uns in den stressigen Prüfungszeiten auch weniger sahen. Nach dem Studium fanden wir Arbeit in derselben Stadt und zogen zusammen. Ein Jahr später wurde unser Kind geboren, das leider das einzige bleiben sollte, obwohl mehr geplant waren. Die Jahre vergingen, die Strukturen fuhren sich ein.

Trügerischer Halt

Leider auch im Bett, die Intensität blieb irgendwann aus, wir hatten weniger und weniger Sex. Irgendwann hätten wir uns da schon klar werden müssen, daß wir Probleme haben und darüber reden müssen, um unsere geänderten Wünsche und Bedürfnisse zu klären. Doch leider blieb dies aus, die vermeintliche Sicherheit der festen Strukturen gab uns einen trügerischen Halt. Die Unzufriedenheit wuchs, doch ich schob es auf den Streß, den wir beide in unseren Berufen hatten und der unvermeidlich war. Leider wollte sich diese Unzufriedenheit auch an freien Tagen und im Urlaub nicht legen. Und Sex hatten wir auch im Urlaub nicht mehr.

Die Stille schien greifbar zu sein

Eine Zäsur in unserer Beziehung war die Zeit, als unser Kind flügge wurde und auszog, um selbst ein Studium anzutreten. Nur alle vier Wochen konnten wir uns auf einen Besuch für zwei Tage freuen. Eine wichtige Ablenkung wurde uns genommen, wir waren nun allein im Haus und wurden auf uns selbst zurückgeworfen. Eine ruhige Zeit, die wir zum Nachdenken und für Gespräche hätten nutzen können, doch auch diese Gelegenheit ließen wir verstreichen. Mit der Zeit schien die Stille in unserem Haus fast greifbar zu sein und uns zu erdrücken. Da schien es mir verständlich, daß meine Frau öfter mal länger im Büro blieb. Warum nicht die Zeit für die Arbeit nutzen? Doch leider irrte ich mich, es ging nicht um Arbeit. Es wurden andere Dinge bearbeitet.

Das Mißtrauen begann

Meine Frau war nach den längeren Arbeitstagen plötzlich wieder besser gelaunt. Ich dachte mir zunächst nichts dabei und freute mich, daß sie offenbar ihr Tief überwunden hatte. Nach einiger Zeit begann ich allerdings etwas zu ahnen. Sie hatte beispielsweise plötzlich ein zweites Mobiltelefon, an das ich nicht heran durfte. Das Telefon hatte sie für die Arbeit bekommen und sie wollte nicht, daß es aus irgendeinem Grund kaputt geht. Kam eine SMS oder ein Anruf, verließ sie das Zimmer. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich bereits mißtrauisch, denn ich verstand nicht, warum sie das Zimmer verließ. Schließlich hatte sie immer mit mir über ihre Arbeit geredet, ich war über alle Vorgänge im Bilde. Sie hatte also keinen Grund, mir etwas zu verheimlichen, wenn sie Themen der Arbeit besprach. Es musste also etwas anderes dahinter stecken.

Eine Bekannte klärte mich auf

Ich verdrängte den Gedanken allerdings lange. Meine Frau, mit der ich so lange eine Beziehung geführt habe, die auf Vertrauen basierte? Unmöglich. Doch irgendwann musste ich es mir eingestehen, daß da weit mehr im Busch war, als ich zunächst zu glauben bereit war. Diese Heimlichtuerei war einfach zu auffällig. Ich erfuhr es dann von einer Bekannten, die von ihrer Affäre wußte und Mitleid mit mir hatte, wie sie sagte. Ich konfrontierte meine Frau damit, ohne den Namen der Bekannten zu nennen. Nach einer kurzen, anfänglichen Leugnung gab sie es jedoch auf und gestand, daß sie bereits seit zwei Jahren eine Affäre mit einem Kollegen hatte.

Die Trennung

Es war ein schwerer Schlag, der mich aus der Bahn warf. Meine Gedanken überschlugen sich, vor allem, als sie sagte, daß sie sich nicht von ihm trennen wollte. Allerdings auch nicht von mir. Ihre Affäre würde dies akzeptieren. Das war mir allerdings zu viel. Ich packte die Koffer und zog zunächst in ein Hotel. Am Tag darauf nahm ich Kontakt zu einem Scheidungsanwalt auf. Die Scheidung ging glatt über die Bühne, wir einigten uns schnell, um die Situation nicht noch schlimmer zu machen. Die übrigens auch für meine Ex-Frau schlimmer wurde, denn als sie ihrer Affäre gestand, nun frei für ihn zu sein, machte er panisch Schluß. Denn eine feste Bindung wollte der bedeutend jüngere Mann nun doch nicht. Meine Ex-Frau erzählte mir dies, für mich gab es jedoch kein zurück. Das Vertrauen war zerstört, zu viel Porzellan zerschlagen.

Auf der Suche

Nach einer langen Tiefphase entschloß ich mich, mir eine neue Partnerin zu suchen. Die Einsamkeit war zu groß und ich sehnte mich wieder nach Liebe. Allerdings bemerkte ich schnell, daß nach der langen Zeit ohne Sex und der Enttäuschung in der letzten Beziehung im Bett bei mir nichts mehr lief. Und die Frauen, die meine Zielgruppe umfaßte, waren noch lange nicht bereit, auf Sex zu verzichten. Vor allem mit einem neuen Mann, in der ersten Verliebtheit, in der man fast wie ein Teenager empfindet und sich im Bett ausleben möchte. Das wollte ich schließlich auch. Ich entschloß mich zu einer Therapie, um das Trauma zu überwinden.

Gute Entscheidung – eine Gesprächstherapie

Die Gesprächstherapie, die einmal in der Woche folgte, half tatsächlich. Es war unglaublich erleichternd, sich alles von der Seele zu reden. Schnell öffnete ich mich neuen Erfahrungen. Stand nur noch die Frage im Raum, wie ich eine neue Partnerin kennenlernen wollte. Leider war ich noch nie ein großer Kneipenfreund oder Disko-Gänger, so daß diese Optionen von vornherein ausschieden. Allerdings halfen mir die Segnungen des Internets. Schnell hatte ich mich bei Flirtportalen angemeldet und auch die ersten Treffen mit Frauen gehabt. Ins Bett traute ich mich mit ihnen allerdings nicht, zu groß war die Angst, sie zu enttäuschen.

Viagra, Cialis oder Levitra?

Auch hier half mir mein Therapeut weiter und empfahl mir die Einnahme von Potenzmitteln. Klar, wieso bin ich nicht selbst darauf gekommen. Die kleinen blauen und rautenförmigen Pillen kannte doch schließlich jeder – Viagra. Der Therapeut empfahl mir noch einen Arzt, der mich untersuchen sollte und der mit die Pillen verschreiben konnte. Die Untersuchung ergab, daß ich kerngesund war, ich konnte Viagra nehmen. Nach einer kurzen Beratung mit dem Arzt entschloß ich mich allerdings noch, Cialis und Levitra auszuprobieren.

Das Glück hat mich wieder

Alle drei Potenzmittel schlugen bei mir an. Nach einer kurzen Zeit, in der ich wie ein junger Mann nach zwei drei Dates mit den Frauen ins Bett ging, was mich allerdings schnell anödete, fand ich eine wunderbare Frau, die bereit war, eine feste Bindung mit mir einzugehen. Die Beziehung besteht nun bereits einige Jahre und wird nicht langweilig. Vor allem, da ich nun gelernt hatte, meine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und auch auf ihre einzugehen. Das Glück hat mich wieder gefunden.

FacebooktwitterpinterestFacebooktwitterpinterest