Die Erektionsstörung tritt immer früher auf – wenn selbst die Jugend nicht mehr kann

Der Alterungsprozeß liegt in der Natur des Lebens und betrifft jeden noch so kleinen Organismus. Ob Pflanze, Tier oder der Mensch – jedes Wesen wird geboren, altert und stirbt irgendwann. Beim Menschen äußert sich dieser Prozeß in mannigfaltiger Weise. Das Haar wird dünn und ergraut, die Haut wird schlaffer und wirft Falten, die Sehkraft läßt nach und das Gedächtnis läßt auch zu wünschen übrig. Selbst das Sex-leben bleibt davon nicht verschont. Diesem Vorgang müssen wir uns allen stellen, er ist normal und gehört zum Leben mit dazu. Ganz und gar unnormal ist es jedoch, wenn heutzutage bereits die Jüngsten von diesem Verfallprozeß betroffen sind. Selbst gut gebaute Männer in der Blüte ihrer Jahre leiden immer häufiger an einer Erektionsstörung. Was sind die Ursachen? Und was kann der Mann dagegen tun?

Wenn der Jugend der Saft ausgeht…

Daß wir alle einmal älter werden und Sex dann nicht mehr jederzeit und immer und immer wieder möglich ist, das ist ganz natürlich. Schließlich können wir nicht ewig wie die Karnickel allem hinterherjagen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Kritisch wird es erst, wenn dieser Alterungsprozeß immer früher einsetzt. In Normalfall setzen erste sexuelle Ausfallerscheinungen ab dem 40. Lebensjahr ein. Inzwischen ist jedoch ein Phänomen zu beobachten, daß immer mehr junge Männer von einer erektilen Dysfunktion betroffen sind und sich dementsprechend Hilfe suchen oder selbst Abhilfe verschaffen. Das Männermagazin Men’sHealth benennt zu dieser Thematik das Rauchen und Drogen als die Ursachen für das Problem. Doch diese zwei Faktoren allein reichen nicht ganz aus und können noch um ein weiteres Problem der Jugend ergänzt werden. Auch die Universität Vita-Salute San Raffaele in Italien bestätigt, daß bereits einer von vier Männern bereits vor dem 40. Lebensjahr mit einer Erektionsstörung zu kämpfen hat. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Neben dem Rauchen und dem Drogenkonsum werden auch blutdrucksenkende Medikamente sowie psychische und physische Gründe herangezogen.

Stengel statt Latte – Nikotin verursacht Erektionsstörung

Während der lässige Typ mit der Jeans, dem engen Shirt und der Zigarette in der Hand vor einigen Jahrzehnten noch richtig cool und angesagt war, hat dieser Look inzwischen längst an Charme einbüßen müssen. Rauchen ist nicht erst seit dem Rauchverbot in Restaurants und Co. ziemlich out, es kommt auch längst nicht mehr so gut an, wie noch vor einigen Jahren. Der üble Geruch, die gelben Fingerkuppen und der blaue Dunst in Klamotten und Haaren sind ein regelrechter Lustkiller. Schlimmer noch, das Nikotin wirkt sich nachweislich negativ auf die Manneskraft aus. Die Substanzen gehen über die Lunge direkt in den Blutkreislauf und verhindern dort, daß das Blut im Ernstfall in die richtigen Bahnen gelenkt werden kann, eine Erektion kann somit nur noch schwer aufgebaut werden. Vor allem junge Männer, die noch nicht dahinter gekommen sind, daß weder im Büro noch im Schlafzimmer der Freundin der Glimmstengel gut ankommt, haben unter diesem Problem zu leiden. Wer also nichts an Manneskraft einbüßen möchte, der sollte das Rauchen besser schnellstmöglich aufgeben.

Drogen zerstören die Jugend

Viel schlimmer noch als die Zigaretten sind jedoch härtere Drogen, die es inzwischen in allen erdenklichen Formen und Anwendungsarten gibt. Da sich ein langanhaltender Drogenkonsum extrem negativ auf die Gesundheit auswirkt, bleibt auch das Sexualleben nicht verschont. Die psychische wie auch physische Abhängigkeit von den Giftstoffen machen es dem Körper unerträglich schwer, sich auf anderes zu konzentrieren. Gerade junge Menschen greifen in ihrer Naivität zu chemischen Substanzen, sei es, um es einmal auszuprobieren, um einfach nur dazuzugehören oder gar um leistungsfähiger zu sein. Über kurz oder lang setzt jedoch ein Gewöhnungseffekt ein, die Wirkung der Drogen wird lange nicht mehr als so intensiv empfunden, wie noch beim ersten Mal. Somit muß die Dosis erhöht werden – der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Über kurz oder lang erfolgt die Abhängigkeit, die Droge nimmt den wichtigsten Platz im Leben ein und bestimmt das Denken des Menschen. Auch der Körper reagiert dementsprechend. Entzugserscheinungen machen den Abhängigen zu einem Gefangenen in seinem eigenen Körper. An andere Dinge oder gar an Sex ist jetzt nicht zu denken. Und selbst wenn, in diesem Zustand hat die Droge längst Einzug in den Organismus gehalten, eine Erektion kann nicht mehr aufgebaut werden.

Medialer Druck von außen

Men’s Health benennt vor allem den Konsum von Nikotin und Drogen als die Ursachen für erektile Dysfunktionen bei jungen Männern. Doch ein Grund wird dabei vernachlässigt – der mediale Druck von außen. Pornographische Inhalte sind inzwischen längst allen Altersgruppen spielend leicht zugänglich. Selbst die Jüngsten wissen, wie sie mit einem Computer umgehen müssen, um die richtigen Bilder über den Bildschirm laufen zu lassen. Doch nicht nur Pornos allein erhöhen der Leistungsdruck unter Jugendlichen – ganz im Gegenteil. Während Pornos lange Zeit das Gewagte und Besondere darstellten, etwas, was es eben nur in der Filmwelt der Pornographie gab und mit der Realität nicht viel zu tun hat, bekommt plötzlich einen ganz anderen Beigeschmack, wenn selbst die Werbung, Filme und das Fernsehen propagieren, wie normal es ist, immer und ständig Sex haben zu wollen und auch zu können. Frauen werden als wollüstig und gierig dargestellt, die nie genug bekommen und Männer nur dann als Mann akzeptieren, wenn er eine ganze Nacht seinen Mann stehen kann, Männer lachen von Plakatwänden oder der Kinoleinwand als kraftstrotzende Potenzbullen herunter, die allzeit bereit sind und immer zur Verfügung stehen. Dazu kommt, daß „normaler“ Sex längst als Blümchensex verschrien ist und in modernen Betten nichts mehr verloren zu haben scheint. SM-Sex, ausgefallenes Sexspielzeug, immer gewagtere Stellungen, Sex zu dritt, zu viert oder in großen Gruppen – wen wundert es da, daß Jugendliche von diesem Sex Bild maßlos überfordert sind? Der psychische Druck ist inzwischen so groß, daß selbst junge Männer dem Sex abschwören und lieber ganz darauf verzichten. Eine erektile Dysfunktion ist schließlich die Folge und kann nur noch von einem Arzt behandelt werden.

Potenzmittel als letzter Ausweg?

Auch die Pharmaindustrie erkennt den Trend der Neuzeit. Immer mehr junge und eigentlich potente Männer greifen zu Viagra und anderen Potenzmitteln um dem Bild des modernen Sex überhaupt gerecht werden zu können. Für viele Männer sind diese Präparate längst zum Alltag und ein wichtiger Bestandteil ihres Sexuallebens geworden. Allerdings ist auch zu beobachten, daß nur die wenigsten sich vorab gründlich über die richtige Einnahme von Potenzmitteln informieren und somit ihre Gesundheit stark gefährden. Hinzu kommt, daß bei den meisten jungen Männern der Einsatz von potenzsteigernden Substanzen völlig unnötig ist und sie auch ohne vollkommen zufriedenstellend ihrem Mann stehen könnten. Die Angst sitzt allein in ihrem Kopf. Wirklich Aufschluß darüber geben, ob ein Potenzmittel nötig ist, kann nur ein Arzt und sollte tatsächlich das letzte Mittel der Wahl sein. Daß der Gang zum Arzt vielen Männern die Schamröte ins Gesicht treibt, ist verständlich, vor allem in jungen Jahren. Doch diese Angst ist völlig unbegründet. Ärzte haben tagtäglich mit den Sorgen ihrer Patienten um die Manneskraft zu tun und je eher eine sexuelle Störung festgestellt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Zudem kann ein Arzt auch aufklären, wieviel Sex tatsächlich normal ist und im Ernstfall auch ein Rezept für Viagra und Co. ausstellen, wenn es wirklich nötig ist. Vorab sollte jedoch geklärt werden, ob nicht noch andere körperliche Gründe vorliegen, die für den frühzeitigen Verlust der Standfestigkeit verantwortlich sind. Auch andere Medikamente wie blutdrucksenkende Mittel können die Ursache dafür sein, daß das Blut nicht mehr ausreicht, um eine Erektion aufzubauen. In jedem Fall hat der Gang zum Arzt eine beruhigende Wirkung, denn allein ist Mann mit einer erektilen Dysfunktion sicher nicht.

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