Die gängigsten Sexmythen und ihre Widerlegung

Die schönste Nebensache der Welt beschäftigt die Frauen und Männer, seit es Menschen gibt. Eine Studie, die 2011 an der State University in Ohio durchgeführt wurde, kam zu dem Schluß, daß Frauen täglich im Durchschnitt 19 Mal an Sex denken, Männer sogar 34 Mal. Werden die durchschnittlich acht Stunden Schlaf abgerechnet, denken Frauen also knapp einmal pro Stunde an Sex, Männer einmal in 30 Minuten. Klar, daß sich dieses wichtige Thema auch in die Unterhaltungen der Menschen einschleicht. Allerdings werden bei den Diskussionen beim Cocktail oder im Umkleideraum einige Ansichten geäußert, die getrost ins Reich der Mythen verbannt werden können. Wir haben die gängigsten Urban Legends des Sex.

Dumm f***t gut

Beginnen wir mit einem Mythos, der vor allem in den Männerumkleidekabinen aber auch an Cocktailabenden die Runde macht, und der meist mit einem dreckigen Lachen begleitet wird, wenn er geäußert wird. „Dumm f***t gut“, ist einer der gängigsten Mythen. Wer weniger intelligent ist, ist schamloser und läßt daher alles mit sich machen. Oder zumindest mehr als intelligente Frauen, so die gängige Ansicht. Männer mit einem geringeren Intelligenzquotienten hingegen gelten als potentere Stecher, mit denen wilderer Sex möglich ist. Doch dieser Mythos ist schlichtweg falsch, das Gegenteil ist vielmehr der Fall. So belegt etwa eine aktuelle Studie von Forschern des Twin Research Departement im Londoner Kings College, daß die Orgasmus Fähigkeit mit der Intelligenz von Frauen korreliert. Je höher die Intelligenz, desto höher die Chancen, einen Orgasmus zu erhalten. Dies hängt mit dem emotionalen Quotienten, kurz EQ, zusammen. Je höher dieser ist, umso einfühlsamer ist der Mensch und eher in der Lage, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und diese auch zu kommunizieren. Zudem wird mehr auf die Bedürfnisse des Partners eingegangen. Es sollte also heißen „Intelligenz f***t gut“.

Nach ein paar tausend Schuß ist es vorbei

Daß der Mann in seinem Sexleben nur 1.000 bis 5.000 Mal kommen kann, ist ein Mythos, der bereits seit mehreren Generationen die Runde macht und der die jungen Männer von der Selbstbefriedigung abhalten sollte. Wäre dies der Fall, hätte ein Mann, wenn er seit seinem 14. Lebensjahr täglich einen Orgasmus hat, nur Munition bis zum 28. Lebensjahr, bei einem Orgasmus alle zwei Tage wäre mit Anfang 40 Schluß. Dies ist allerdings Unsinn. Zwar leidet die Spermienqualität, wenn der Orgasmus zu oft hintereinander erfolgt, doch die Spermien werden stetig nachgebildet, so daß immer gesunde Spermien nachkommen. Gelegentliche Masturbation kann sogar die Fitneß der Spermien verbessern, da die Qualität alten Spermien sinkt, die länger verweilen. Werden diese nach einer gewissen Zeit entladen, können neue, gesunde Spermien gebildet werden. In dieselbe Kategorie der Urban Legends wie die „maximal 5.000 Schuß“ fallen der Schwund von Rückenmark oder Gehirnzellen, wenn man sich selbst befriedigt sowie eine durch Masturbation verursachte Behaarung der Handflächen.

Männer, die zu Potenzmitteln greifen müssen, sind Schlappschwänze?

Männer, die nicht können, sind Schlappschwänze, die ihre Partnerin nicht richtig befriedigen können und müssen deshalb zu Potenzmitteln greifen – war ein gängiges Vorurteil, das Gott sei Dank nicht mehr sehr weit verbreitet ist. Fakt ist, daß jeder Mann von einer erektilen Dysfunktion betroffen sein kann, auch wenn er noch kurz zuvor der potenteste Stecher war. Die Auslöser der erektilen Dysfunktion sind vielfältig, vor allem die weit verbreiteten Zivilisationskrankheiten können eine Erektionsstörung begünstigen. Auch psychische Ursachen können eine zeitweilige erektile Dysfunktion auslösen. Auch Streß gehört dazu. Ein Grund, warum das Tabu „Erektile Dysfunktion“ gebrochen ist und damit auch die Urban Legend des Schlappschwanzes, war die Erfindung der effektiven Potenzmittel wie Viagra. Die meisten Männer gehen heute sehr offen mit einer Erektionsstörung um, da sie mit Viagra, Cialis und Levitra nachhaltig behandelt werden kann. Wer das verletzende Vorurteil heute noch verbreitet und es dann auf einmal bei einem selbst nicht mehr klappt, verfällt nicht selten in eine Streßspirale, weil er eben von der Schlappschwanz-Theorie überzeugt ist. Und viel Streß begünstigt eben die erektile Dysfunktion. Das nennt man dann wohl Karma.

Die Größe des Penis ist für Frauen entscheidend

Dies ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Je länger der Penis eines Mannes ist, desto männlicher ist er und desto besser kann er eine Frau befriedigen. Dies ist gleich aus mehreren Gründen falsch. Zunächst einmal existieren verschiedene Arten von Penissen, einerseits der Fleischpenis und andererseits der Blutpenis. Der Unterschied liegt daran, daß der Fleischpenis im nicht erigierten Zustand nahezu dieselbe Länge hat wie im erigierten Zustand. Der Blutpenis ist im nicht erigierten Zustand deutlich kleiner als im erigierten. Bei der Erektion wird erst Blut in den Penis gepumpt, das Glied wächst deutlich an und kann im erigierten Zustand auch die Größe eines Fleischpenis übertreffen. Der Fleischpenis ist im nicht erigierten zustand hingegen nahezu genauso lang wie im erigierten und wächst bei einer Erektion nur noch minimal Die wahre Länge eines Penis ist also nur im erigierten Zustand zu bestimmen, der Schwanzvergleich im nicht erigierten Zustand liefert falsche Ergebnisse. Und auch der Mythos, daß der im erigierten Zustand längste Penis die Frauen am besten befriedigt, ist falsch. Denn übersteigt der Penis eine bestimmte Länge, kann er von der Frau nicht mehr gänzlich aufgenommen werden, ohne daß sie Schmerzen erleidet. Zudem ist den Frauen laut Umfragen der Umfang des Penis wichtiger, da ein dickerer Penis sie besser ausfüllt. Darüber hinaus ist ihnen auch die Härte der Erektion wichtiger als die Länge.

Der Coitus Interruptus ist eine gute Möglichkeit, zu verhüten

Sex haben und den Penis rechtzeitig vor dem Samenerguß herausziehen, reicht aus, um zu verhüten, oder? Nein, das ist ein Mythos, der in die Kategorie „Nach dem Sex vom Schrank springen und so das Sperma herausbekommen“ fällt und der immer noch herumgeistert, vor allem bei jungen, unerfahrenen Menschen. Wer diese „Verhütungsmethode“ ausprobiert, kann sich nach dem Stelldichein schon einen Namen für das mit hoher Wahrscheinlichkeit gezeugte Kind überlegen. Denn es braucht keinen Samenerguß, um schwanger zu werden. Der Lusttropfen reicht bereits aus. Dieser Tropfen kommt unbemerkt bereits einige Zeit vor dem Samenerguß aus dem Penis und enthält in der Regel bereits Spermien, so daß eine Zeugung erfolgen kann.

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